Ich raffe mich auf und versuche es. Einen Neustart. Immer nur von einem auf den anderen Tag verschieben ist nicht schön, daher soll es nun weitergehen.
Anfang September waren wir am Meer, unserer geliebten Ostsee. Bis zum letzten Tag vor der Abreise habe ich gehofft, dass es mir gut geht und wir fahren können. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint. So viel Sonnenschein – damit hatten wir gar nicht mehr gerechnet. Ich war sogar 3 Mal baden.
Kerstin im Meer
Nach unserer Rückkehr hatte ich Termin in Dresden für die Spritzen in die Halswirbelsäule. Es waren Spritzen in die Gelenkfacetten, das ist Variante Nr. 1 als erster Versuch einer Linderung. Was soll ich sagen: 7 Monate hat es gedauert von den ersten Beschwerden bis zu diesem Eingriff. 3 Tage ging es mir besser, dann waren die Schmerzen zum größten Teil wieder da. Doch nun geht es zumindest ohne Schmerzmittel und nur abends oder bei Überlastung bekomme ich noch Schmerzen im Nacken oder Kopf. In 2 Wochen ist Nachuntersuchung. Das Ergebnis gefällt mir noch nicht, ich bekomme sicher noch einmal Spritzen.
Nach und nach werde ich nun berichten. Doch wir haben viel zu tun. Die Steuererklärung – privat und fürs Gewerbe – muss gemacht werden, wir haben Verlängerung beantragt. Das Haus der Schwiegereltern muss leer geräumt werden, unsere beiden Förster werden es übernehmen. Da gibt es zu räumen, zu entsorgen, zu entscheiden. Die neue Ferienwohnung in unserem Haus ist fertig. Nun muss sie an den Markt gebracht werden. Auch das macht sich nicht von alleine.
Der Herbst hat mittlerweile Einzug gehalten. Geburtstage wurden gefeiert. Der Garten wird bald winterfest gemacht, unser Birnenbaum trägt dieses Jahr Früchte wie schon lange nicht mehr, alles muss verarbeitet werden.
Also – ich wünsche mir selbst Kraft und Lust und danke euch allen für die Nachfragen und guten Wünsche.
Am letzten Tag gab es heftigen Wind. Das Meer schlug Wellen und dröhnte.
Tobendes Meer
Kein Ausflugswetter. Wir sind trotzdem an den Strand gegangen. So was muss man doch auch mal mitmachen. Außerdem musste ich noch Steine sammeln, wir bringen unserer Enkelin immer einen mit.
Strand in Sellin
Einmal zur Seebrücke, ums Restaurant drumrum, das musste noch sein.
Seebrücke Sellin
Die dicken Jacken hatten wir an, es war ganz schön kalt.
Festhalten!
Es fuhren keine Schiffe und auch die Tauchgondel blieb oben.
Tauchgondel
Ein heißes Getränk im Restaurant, das tat gut. Sogar eine Hochzeit fand an diesem stürmischen Tag statt. Wir konnten das Brautpaar mit der Fotografin auf der Brücke beobachten und haben gratuliert.
Strand Sellin
Ein paar Eindrücke kommen noch, dann ist Schluss mit meinem Bericht. Ostsee – immer wieder gern 🙂
Ganz abgetaucht waren wir nicht, denn das U-Boot lag fest im Hafen von Sassnitz.
Britisches U-Boot in Sassnitz
Wir wussten was uns erwartet: durch die Öffnungen krabbeln. Kurz überlegt wegen meinem Rücken, aber den Spaß wollte ich mir gönnen. Kommt ja nicht jeden Tag vor 🙂 Also wie voran? Kamera ablegen, ein Bein durchstecken, Kopf einziehen und durchzwängen, anderes Bein nachziehen 🙂
Wie kommt man da am besten durch?
Sportlich muss die Besatzung damals gewesen sein – und schlank 🙂
Funker
Mir macht die Enge nichts aus, aber mit voller Besatzung – tief unten im Meer – im Krieg – nee, das ist schon ein anderes, beängstigendes Gefühl.
Schlafkabine
Und die viele Technik! Da stehe ich davor und frage mich, wie man das alles ohne moderne Computertechnik kontrollieren konnte. Unvorstellbar für mich.
Technik
Probieren kann man ja mal. Und tatsächlich konnte man nach draußen schauen:
Spion
Insgesamt war das Boot nicht so groß wie das russische auf Usedom, trotzdem interessant!
Natürlich mussten wir auf Rügen wieder zu den Kreidefelsen / dem Königsstuhl fahren. Letzten Spätherbst sollte da die neue Aussichtsplattform eröffnet werden. Doch es gab Verzögerungen und genau eine Woche vor unserer Ankunft wurde nun der neue Skywalk (wie der jetzt heißt) für die Besucher frei gegeben.
Skywalk Königsstuhl
Toll sieht das aus, moderne Architektur. Freischwebend.
Skywalk
Man spürt auch die Schwingungen. Nichts für Leute, die Höhenangst haben oder ungern in die Tiefe schauen.
Skywalk
Schon fast schaurig wenn man bedenkt, dass sich vorher die Besucherplattform direkt auf dem letzten Stück Felsen am Abgrund befand. Das da nie was passiert ist!
alte Plattform
Herrlich der Ausblick ringsum.
Kreidefelsen
Kreidefelsen
Hier noch mal ein Blick zur alten Plattform.
alte Plattform
Im Besucherzentrum gibt es reichlich Informationen, Filme, man kann speisen und Souveniere kaufen. Mit dem Pendelbus kommt man vom Parkplatz bequem hin und zurück. Oder man läuft eine Strecke hin – wie wir es vor 2 Jahren gemacht haben – und fährt dann nur zurück.
Das Wetter war zwar noch gut, aber es trübte sich schon ein. Am nächsten Tag sollte es Sturm geben.
Das Auto blieb auch mal stehen und wir nutzten die verschiedenen Fahrmöglichkeiten. Mit der Kurkarte konnte man den innerörtlichen Kleinbus kostenlos nutzen, ebenso die Fähre – ein Katamaran – von Sellin nach Baabe.
Katamaran als Fähre
Am Hafen natürlich wieder ein Spaßbild 🙂
Ritt auf dem Hund 🙂
Von Baabe aus fuhren wir mit dem Schiff – auch kostenlos – in einer Stunde nach Lauterbach. Dort waren wir vor zwei Jahren im Herbsturlaub.
Hafen Lauterbach
Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Bus (den mussten wir bezahlen) nach Putbus. Von dort aus ging es dann mit der Kleinbahn „Rasender Roland“ zurück nach Sellin. Den muss man dann aber bezahlen, der ist nicht in der Kurkarte enthalten.
Rasender Roland
Ich habe gar kein brauchbares Foto vom Zug, hatte nur mit dem Handy gefilmt und unserer Enkelin gesandt. Die schaut auf meinem Handy immer so gern das Video von vor zwei Jahren an. Also gab es ein neues. Herrliches Wetter und die Rapsfelder leuchteten:
Rapsfeld
Von da aus ging es mit dem Kleinbus wieder zurück Richtung Seebrücke. Hat alles wunderbar geklappt und auch die Anschlusszeiten von manchmal nur 3 Minuten passen, weil Katamaran und auch Schiff jeweils auf die ankommenden Leute warten.
Wenn wir auf Rügen sind, dann müssen wir auch jedes Mal Prora besuchen. Dieser ursprünglich 4,5 km lange Gebäudekomplex (entstanden vor dem zweiten Weltkrieg) wurde in den letzten Jahren Stück für Stück saniert. 2,5 km sind erhalten geblieben.
Gebäudekomplex Prora
Viel Geschichtliches möchte ich hier nicht drüber schreiben, da gehen die Meinungen auch auseinander. Wer es nicht kennt, der kann gern dem Link folgen.
Zwischen Alt und Neu:
Prora
Die Ausstellung in der Nähe haben wir uns nicht angeschaut, das haben wir schon vor Jahren. Ursprünglich war sie hier untergebracht, musste aber durch den Verkauf des Objektes umziehen.
Durch einen noch erhaltenen Durchgang kommt man auf die Rückseite und somit ans Meer.
Prora
Hier haben wir Pause gemacht. Doch wir mussten von den Stufen in der Sonne in den Schatten rücken. So warm war es.
Da stand mal ein Bäumchen.
Luxuswohnungen sind hier entstanden. Und Ferienwohnungen. Alles so schick, das können wir uns nicht leisten.
Meer hinter dem Komplex
Mein Mann traut sich immer überall rein, wenn eine Tür offen steht oder der Zugang nicht ausdrücklich verboten ist. Ich bin da eher ein Schisser. Also einfach probiert, die Tür ging auf und drin waren wir in einem Aufgang 🙂
Hausflur
Einmal mit dem Fahrstuhl nach oben, kurz umgeschaut und wieder runter 🙂
Nun haben wir ein langes Wochenende vor uns, denn am Freitag gibt es Brückentag. Allen Männern am Donnerstag einen lustigen Tag!
In Ralswiek befindet sich die Freilichtbühne für die Störtebeker-Festspiele, die jedes Jahr stattfinden.
Eingang zum Gelände
Ein Spaßfoto musste natürlich wieder sein 🙂
Spaßfoto
Da sich alles noch im Aufbau befand, so lugte ich nur mal übern Zaun.
Kulisse der Festspiele
Eine kleine Runde drehten wir im herrlichsten Sonnenschein durch den angrenzenden Park mit Schloß. Hier blühten noch die Buschwindröschen.
Schloßpark
Hitze macht durstig und so gab es ein passendes Störtebeker-Bier am kleinen Hafen.
Durstlöscher
Auf dem Weg entdeckte ich einen großen schwarzen Käfer, ca. 4 – 5 cm lang. Wow. Sofort ein Foto an unser Försterliesel geschickt und Antwort erhalten. Ein Ölkäfer. Tolle Entdeckung, gefährdet, aber auch giftig.
Ölkäfer
Und dann stand wenige Tage später in unserer Tageszeitung ein Artikel über ihn. Dem angegebenen Link zur Fundmeldung bin ich gefolgt und habe das Foto mit den gewünschten Angaben zugesandt. Nach Prüfung wird der Fund registriert. Da hab ich wieder mal Glück gehabt mit den Tieren 🙂