Eine Woche Urlaub auf der Insel Rügen liegt nun schon wieder ein paar Tage hinter uns. Wir hatten herrlichen Sonnenschein (und keine Sonnenschutzcreme mit 🙂 ), aber am letzten Tag auch heftigen Sturm, so was muss man auch mal erleben. Bilder werden noch folgen, es gibt erst einmal zu tun. Der Garten muss gepflegt werden (der Rasen ist geschossen), Haushalt, Wäsche, heut geht es zu einem Geburtstag.
Kommt gut gelaunt in ein sonniges Wochenende. Wir haben noch keinen Regen abbekommen.
Unser erster kleiner Urlaub dieses Jahr steht an. Die Zeit war geplant, mein Befinden lässt es zu. Also hoffen wir, dass wir ein paar unbeschwerte Tage haben können, auch wenn die Medikamente nicht fehlen dürfen. Ich habe es ohne probiert, aber es geht nicht.
Das Meer ruft – wieder mal 🙂 Es geht auf die Insel Rügen.
Urlaub am Meer
Der Nachbar füttert die Katzen. Sie können ja über die Klappe ins Haus und müssen nicht draußen schlafen. Die Jungs wechseln sich ab und kommen mehrmals schauen. Somit müsste alles gut gehen. Die dicken Sachen sind eingepackt, denn der Mai wird sich erst einmal nicht von der warmen Seite zeigen. Wenigstens scheint es nächste Woche da oben keinen Regen zu geben und die Wetterprognose zeigt auch viele Sonnenstunden an.
Wer Rügen kennt, der kennt den „Rasenden Roland„, diese historische Schmalspurbahn.
Rasender Roland
Die Attraktion schlechthin. Man hört ihn schon von Weitem, sein Schnaufen und Tuten.
Natürlich mussten wir mit ihm fahren. Und immer und überall wird er fotografiert und gefilmt. Ob am Bahnhof, an der Fahrstrecke, mitten im Gelände – Fotografen mit riesigen Apparaten und Stativen. Nostalgie pur!
Und jetzt ein Vergleich. 1986, unsere Hochzeitsreise auf den Campingplatz Göhren 🙂
1986
Und 2021:
2021
Den Campingplatz haben wir besucht und uns mal umgeschaut, wie modern es da geworden ist. Diese Rehe standen zwischen den Bungalows und haben sich an uns nicht gestört:
Und zum Abschluss meines Berichtes noch einmal Meer.
Ostsee – immer wieder. Ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Wer das Meer liebt, der liebt es zu jeder Jahreszeit. Und somit wird es auch nicht unser letzter Besuch da gewesen sein.
In Prora besuchten wir das Oldtimer-Museum, kombiniert mit dem NVA-Museum. Technik ist ja mehr was für Männer, aber alte Autos schaue ich mir auch gern an.
Mini-Autos sehen immer so niedlich aus. Ob ich da reinpassen würde dachte ich bei einigen 🙂
Das ist ein Amphicar, aber ob ich mich damit wirklich aufs Wasser trauen würde?
Eine Original-Staatskarosse aus Honeckers Zeit:
So einen Wartburg – auch in der Farbe – hatten wir mal:
Es gab so viele tolle Fahrzeuge, die Halle war aufgeteilt in „Ost“ und „West“. So konnte man vergleichen.
Feuerwehrfahrzeuge, Mopeds, Eisenbahnen kann man hier anschauen. Aber ich kann ja nicht alles zeigen.
Riesenteile! Hier mal ein Foto zum Größenvergleich:
In der Halle nebenan befindet sich dann noch das kleine NVA-Museum. Panzer, Kettenfahrzeuge, militärische Dinge eben.
Und auf dem Außengelände dann noch ein paar Flugzeuge.
Vom Parkplatz aus sind wir dann gelaufen hinüber zu DER Wohnanlage: dem „Koloss von Prora„. Vor 12 Jahren konnte man hier die Straße die Häuserfronten entlang fahren. Heute ist alles abgegrenzt, Privatgelände, verkauft, gesperrt. Doch alles lässt sich nicht absperren und es gibt ein paar Schlupflöcher hindurch zum Meer.
Geplant von Hitler für 20.000 Urlaubsgäste, 5 km lang. Nie vollendet, nach dem Krieg jahrzehntelang militärisch genutzt.
Alte Häuser:
Neue Häuser:
Genau dazwischen gibt es noch einen Durchgang. Aber von der Meerseite aus kommt man an die neuen Häuser nicht weiter ran. Eine Mauer zwischen Neu und Alt, genau in der Mitte und davor der Baum. Ich habe kein besseres Foto hinbekommen:
Und dann die unendliche Weite des Meeres. Tolle Lage.
Eine traurige Geschichte, heute Luxuswohnungen mit Meerblick. Wohnen möchte ich da trotzdem nicht.
„Das“ Reiseziel schlechthin ist neben den Kreidefelsen das Kap Arkona. Vom großen Parkplatz aus ging es mit der Kap-Arkona-Bahn zum Ziel. Man kann auch laufen, aber das war uns zu viel (Rundweg über das Fischerdorf Vitt 6 km).
Kap-Arkona-Bahn
3 Türme erwarten hier die Besucher. Der neue Leuchtturm:
Leuchtturm am Kap Arkona
Gleich daneben befindet sich der Schinkelturm. Dieser eckige Leuchtturm war zuerst da und wurde 1902 vom neuen Turm mit Leuchtfeuer abgelöst.
Schinkelturm
Dass ich aber auch immer auf lustige Gesellen treffen muss 🙂
Der Blick zum Meer hinaus. Ein Abstieg wurde gesperrt, hier gab es vor 10 Jahren den letzten großen Abbruch, bei dem leider ein kleines Kind verschüttet wurde. Genau wie an den Kreidefelsen arbeitet die Natur und es gibt immer wieder Abbrüche.
Am Kap Arkona
Dann sind wir am Meer entlang gelaufen zum Fischerdorf Vitt. Der Leuchtturm noch mal aus der Ferne:
Vorbei kommt man am Peilturm, den man auch besteigen kann. Aber genau wie bei den anderen Türmen war Schlange stehen angesagt, da haben wir drauf verzichtet.
Peilturm
Zwischendurch wurde kurz Rast gemacht, um den Ausblick zu genießen und meinen Rücken zu schonen.
Blick zum Kap Arkona
Dann kamen wir im winzigen Fischerdorf Vitt an. Oh je, Menschen über Menschen. Aber es war so schön da. Die Sonne schien, es gab leckere Fischbrötchen, man nahm aus Platzmangel auf großen Steinen am Ufer Platz.
Zugvögel konnte man vermehrt beobachten. Die einen ziehen in die eine Richtung, die anderen fahren in die andere.
Ein Haus wurde gerade neu eingedeckt, da musste man doch eine Weile zuschauen.
Haus in Vitt
Von Vitt aus sind wir dann mit der kleinen Bahn wieder zurück zum Parkplatz gefahren.
Insgesamt war dies ein sehr schöner Tag, empfehlenswert!
In Putbus besuchten wir den 75 ha großen Schlosspark. Dieser wurde schon im 18. Jahrhundert angelegt. Los ging es an der Orangerie.
Park Putbus
Hier findet man fremdländische Gehölze, mehr als 60 verschiedene Baumarten. Nebenan befindet sich noch ein Wildgehege.
Diese Kastanie muss schon gestützt werden.
Und wo früher das Schloss stand, da gibt es nur noch Überreste. 1964 wurde es abgerissen, da die Sanierungskosten zu hoch gewesen wären und sich alles in einem desolaten Zustand befand.
Hier stand einmal das Schloß
Wir waren überwältigt von der Größe. Erst dachten wir nur Park. Dann ging es weiter und weiter und immer weiter. Hier könnte man doch den ganzen Tag sitzen, die Sonne genießen und träumen.
Wirklich eine schöne Anlage als Stätte der Ruhe und Erholung.
Ich wollte an die südlichste Spitze von Rügen, der letzte Ort ist Grabow.
Strand bei Grabow
Uns fielen verfallene kleine Häuser auf. Da musste ich schauen.
Ich habe gleich vor Ort noch gegoogelt. Dies ist ein ehemaliges Ferienobjekt des VEB Möbelkombinat Hellerau. Da haben wir doch früher alle unsere Möbel her bekommen.
Vorsichtig musste ich natürlich überall meine Nase reinstecken 🙂 Nur nicht fallen oder was auf den Kopf bekommen. Alles zusammen gebrochen innen. Aber alte Waschmaschinen standen noch im Waschhaus, man konnte Bettgestelle entdecken, Waschbecken, Toiletten. Sehr primitiv und winzig, aber damals sehr begehrenswert.
Angeblich hat nun jemand das Grundstück erworben. Top Lage, direkt am Wasser, aber ringsum leider Einöde. Vielleicht entstehen hier eines Tages doch noch mal neue Unterkünfte.
Von den Kreidefelsen ging es weiter zum Baumwipfelpfad in Binz/OT Prora. Leider habe ich keine Aufnahme von Weitem, so dass man den Turm richtig sehen könnte. Ihr müsstet dem Link mal folgen, der Anblick lohnt sich 🙂
Zuerst geht es auf einen kleinen Pfad, um Höhe zu gewinnen fürs Gelände.
kleiner Turm
Über 1.250 Meter (inklusive Rampe im großen Turm) schlängelt sich der Pfad durch die Baumkronen.
Pfad
Zwischendurch kann man kleine Hindernisse überwinden, musste ich fast alle ausprobieren 🙂
Und dann waren wir da. Gigantisch! Der „Adlerhorst“:
Aussichtsturm
40 Meter hoch, das lässt sich laufen.
Herrlicher Sonnenschein, viele Leute, es machte richtig Spaß.
Blick von oben
Tolle Fernsicht. Die weißen Blöcke am Waldrand sind die große Wohnanlage in Prora, Koloss von Prora genannt. Da waren wir später noch mal, Fotos folgen.
Und auch der Blick weiter hoch hat sich gelohnt.
Aber wer hinauf läuft, der muss auch wieder runter 🙂 Am Ende könnte man diesen 52 Meter langen Weg wählen, aber auf den haben wir verzichtet 🙂
Mein Fazit: sehr empfehlenswert, wenn man keine Höhenangst hat 😆
Gleich zu Beginn nutzten wir das Wetter für die schönsten Ausflüge. Die Kreidefelsen der Stubbenkammer (UNESCO-Welterbe) waren unser erstes Ziel. Vom Parkplatz aus sind wir zu Fuß durch eine herrliche Landschaft gelaufen. Unterwegs kamen wir an einem See vorbei. Wusste bis dahin gar nicht, dass es den hier gibt.
Und eine Moorlandschaft gibt es hier. Alles schön beschildert und erklärt für Jung und Alt.
Moorlandschaft
Und dann waren wir endlich da. 10 Euro Eintritt 🙁 Im Nationalpark-Zentrum gibt es Ausstellungen, ein Kino, Führungen, ein Bistro, einen Shop. Auch wenn man dies alles nicht möchte, so kommt man um den Eintritt ins Gelände leider nicht drumrum.
Und wir haben den Zeitpunkt richtig gewählt. Der Königsstuhl ist nur noch bis Ende 2021 begehbar. Es wird gebaut, und was! Eine neue Aussichtsplattform, freischwebend! Das muss gigantisch sein.
Zuletzt waren wir 2009 hier, noch mit Johnny.
Diesen merkwürdigen Kran kann man entdecken 🙂
Wir haben Rast gemacht und uns ein kühles Bier bzw. Sanddornschorle schmecken lassen. Nase in die Sonne und Wärme tanken. Rückzu ging es dann mit dem Pendelbus, es wäre sonst zu viel gewesen mit dem Laufen.
Dann ging es weiter zum zweiten Anlaufpunkt. Dazu dann im nächsten Beitrag.
Habt ihr alle den Sturm gut überstanden? Persönlich haben wir keine Schäden zu verzeichnen, aber er war heftig und die Feuerwehren ringsum waren im Einsatz. Es weht immer noch, aber nicht mehr so stark. Das viele Laub muss nun eingesammelt werden. Wochenendeinsatz 🙂