Kalt war es die letzten Nächte. Minus 4,5 Grad. Wenigstens springen die Autos an, das ist immer die größte Sorge. Manchmal nimmt mich dann doch die Kälte so ein, dass alle Register gezogen werden. Heißer Tee mit Honig, Glühwein, Wollsocken – auch nachts -, Wollweste, ein heißes Bad, Kerzen und auch mal ein Schnaps. Heute bin ich abends durch die Stadt gelaufen, ich musste noch meine 10.000 Schritte schaffen. Das tut gut trotz der Kälte. Die Miezen haben es da besser. Mauz schläft gefühlt 22 von 24 Stunden am Tage. Aufstehen, recken, gähnen, kurz nach draußen und wieder rein, ab an den Fressnapf. Was der Kleine so wegfrisst, das bringt mich immer wieder zum Staunen.
Und einen neuen Lieblingsplatz hat er auch. Meine weiße kuschelige Lammfell-Imitat-Decke auf dem Sofa. Er darf das 🙂
Mauz
Meist hockt auch Theo hier. Die beiden bleiben weiterhin beste Kumpels. Sie schlafen zusammen, sie fressen zusammen, sie balgen sich. Dann mache ich die Türe auf, schubse beide raus und sage wie zu kleinen Kindern „Jetzt geht mal raus spielen“ 🙂
Viele Abendgrüße zu euch und macht es euch kuschelig heut Abend.
Heut ging es nun wieder auf Arbeit. Endspurt – und ich allein 😯 Kollegen sind krank, Kollegen sind in Quarantäne. Hilfe. Wir hatten gehofft, bis Weihnachten ohne Ausfälle zu schaffen. Gerade im Büro ist das ganz blöd. Nun müssen wir das irgendwie hin bekommen. Ich darf nun nicht auch noch krank werden. Dabei kratzt es schon im Hals und die Nase beginnt zu tropfen. Ich gebe mein Bestes, damit ich das überwinde.
Haus, Hof und Wohnung sind geschmückt. Am Samstag haben wir die Adventszeit sprichwörtlich eingeläutet. 17 Uhr läuteten hier im Ort die Glocken der evangelischen und der katholischen Kirche. Wir haben die Feuerschale befüllt, es gab Glühwein, gebrannte Mandeln, Baumkuchenspitzen und kleine Knacker.
Eine kleine gesellige Runde, ein kleiner Ersatz für nicht stattfindende Weihnachtsmärkte.
Ich wünsche allen meinen Lesern einen besinnlichen 1. Advent.
Am Mittwoch gab es Geschichte und Kultur. Dresden war unser Ziel. Erster Anlaufpunkt war der Zwinger. Den Innenhof kann man besuchen, die Ausstellungen sind natürlich derzeit alle geschlossen. Und Baustellen gab es, ich konnte keine schönen Aufnahmen vom Ganzen machen.
Der Dresdner Zwinger
Was für ein Wetter! Nicht eine Wolke am Himmel, dafür bitterkalt.
Aller 15 Minuten ertönte das Meißner Glockenspiel, wenigstens etwas. Und: kaum Leute, so was wird wohl auch nie wieder vorkommen.
Durchblick
Einmal ringsrum laufen, dann ging es weiter. Unter der Uhr kann man das Glockenspiel erkennen.
Vorbei am Schloß, der Hofkirche – hin zum Stallhof. Der Mittelalterliche Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr leider nicht statt.
Stallhof
Dann zum Fürstenzug. Keine Leute, man kann es kaum glauben. Eine Person musste ich gerade mal vorbei lassen, dann konnte ich fotografieren und filmen.
Fürstenzug
Ab 13 Uhr hatte man Eintritt in die Frauenkirche. Sonst Menschenschlangen am Einlass, nun gerade mal wenige Leutchen.
Frauenkirche
Als Kind habe ich noch vor den Trümmern gestanden, heut ist sie wunderschön wieder aufgebaut. Eigentlich ist Fotografieren verboten. Aber nachdem die wenigen Leute ringsum ihre Handys zückten, so habe ich es auch heimlich getan. Sonst halte ich mich an Anweisungen.
Frauenkirche
Das ZDF bereitete hier gerade Aufnahmen vor für das Adventskonzert. Rings um die Kirche standen LKW und Trailer, innen unzählige Scheinwerfer auf allen Ebenen. Im Bilde könnt ihr welche erkennen, auch das orangefarbene Licht wurde bereits zugeschaltet.
Ich habe gerade recherchiert: am Sonntag, d. 29.11.2020 kann man die Aufzeichnung ab 18 Uhr im ZDF sehen.
Als letztes fuhren wir in Dresden ganz hinauf zum Fernsehturm.
Fernsehturm
Auch hier stand ich als Kind zum letzten Mal. Es gibt immer wieder Diskussionen um ihn, ob er jemals wieder zu besichtigen sein wird?
An der Frauenkirche tranken wir Glühwein gegen die Kälte und es gab leckere Brat- und Wildbratwurst. Unsere Marschverpflegung blieb dieses Mal im Rucksack 🙂
Am Montag fuhren wir erst nach Langenwolmsdorf. Das Kunsthandwerkerhaus wurde besucht, für mich ein kleiner Weihnachtsbummel. Erzgebirgische Artikel, Glas, Kerzen, Keramik, sonstige Deko.
Dann ging es wenige Kilometer weiter nach Stolpen.
Burg Stolpen
Wenn wir schon in der Nähe sind, dann wollten wir auch um die Burg laufen.
Turm der Burg
Auf Basalt errichtet, überall kann man diese Steinformationen sehen.
Basaltgestein
Es blieb uns nur ein Weg außen herum, leider kann man ja nirgends über die Mauer schauen wegen der Höhe 🙂
Aber ein Pfad führt direkt bis an die Gemäuer. Nur wenn man davor steht, dann kann man kaum fotografieren, alles so gewaltig.
Außenmauern und Turm
Sicher werden wir auch hier eines Tages wieder da sein und uns innen umschauen. Kerker, Türme, Zimmer, all diese Historie. Hier lebte 49 Jahre lang die Gräfin Cosel – Geliebte August des Starken – in Verbannung. Den Cosel-Turm kann man besichtigen, ihre Räume, ihre Handarbeiten bewundern. Auch ihr Grab befindet sich hier, ich zeigte das alles schon einmal.
Auf dem Rückweg wurde natürlich wieder Rast eingelegt. Am Feldrand anhalten, Klappstühle auspacken, Gesicht zur Sonne, essen und trinken.
Letztes Jahr in der Sommerhitze waren wir schon mal da, nun haben wir uns erneut auf eine Rundfahrt begeben.
Sedlitzer See
Der Sedlitzer See mit dem Aussichtsturm „Rostiger Nagel“ war unser erster Anlaufpunkt. 30 Meter hoch, aus Stahl – er wurde dieses Mal von uns erklommen.
„Rostiger Nagel“
Von hier aus ging es an den Geierwalder See. Den Leuchttum am Restaurant zeigte ich schon mal. Dieses Mal war ja leider alles verlassen, menschenleer.
Leuchtturm
Rund um den Senftenberger See führte uns die Route. Da gab es dann Picknick. Wildknacker, Käse, Brötchen, Glühwein. Der wurde vor Ort erwärmt – fast wie Camping 🙂 Die Campingstühle hatten wir auch mit, aber es bot sich uns eine Sitzgruppe zum Verweilen.
Picknick mit Glühwein
Hier kann man sich auch ein Hausboot mieten.
Hausboot am Senftenberger See
Sieht doch fast aus wie an der Ostsee 🙂
Senftenberger See
Und dann musste mein Mann schnell anhalten. Kamera schnappen, aussteigen, zielen – fotografieren: Kraniche 🙂
Kraniche
Nach diversen kleinen Stopps zum Schauen und Informieren (Seen werden zum Teil noch geflutet) ging es heimwärts. Aber dann kam mir die Idee zum letzten Halt an der Krabatmühle in Schwarzkollm.
Krabatmühle
Es war schon fast 16 Uhr, die Sonne strahlte alles rötlich-golden an.
Innenhof
Ich berichtete schon einmal von hier. Die Sage vom Schwarzen Müller, von Krabat – hier wurde sie umgesetzt.
Die Mühle des Schwarzen Müllers:
Mühle
Auf dem Areal entsteht ein neues Backhaus. Und Micha – der in der Nähe wohnt – berichtet auf seinem Blog fleißig vom Fortschritt. Leider verfehlten wir uns, er war vormittags da und wir am Nachmittag.
neues Backhaus
Wenn es fertig ist und Corona vielleicht eines Tages vorbei, wenn die Häuser wieder geöffnet sind – dann kommen wir wieder.
Figur am Brunnen
Speisen kann man im Restaurant zum Abholen bestellen. So kann man auch hier weiterhin unterstützen.
Heut waren wir daheim, haben am Nachmittag mit den jungen Leuten eine Runde gedreht. Dann gab es Glühwein und Pfefferkuchen. Mal schauen, was wir noch unternehmen werden. Ist immer auch wetterabhängig.