Träumerle

Der Blog zur Aue

Archiv: Mittwoch, 2. Mai 2012

Fuchs am Mittag

Heute Mittag auf der Runde hatte ich eine besondere tierische Begegnung. Eigentlich wollte ich nicht weit laufen, nur ein Stück in die Aue. Es ist so heiß und meine Füße sind noch geschwollen. Alles herrlich grün.

Könnt ihr sehen, was es da zu entdecken gibt?

Genau unter dem Viadukt raschelte es im Gestrüpp, irgendwas kam da runter gepurzelt und landete sprichwörtlich zu meinen Füßen. Ich bekam einen Riesenschreck, schrie und warf mit dem nächstbesten Stöckchen. Im ersten Bruchteil der Sekunde überlegte ich noch „Fuchs oder Wolf“?, doch in der zweiten merkte ich, dass es ein armes kleines Kerlchen ist.

Er plumpste bis in die Pfütze von Bach (ist grad nicht viel Wasser drin) und verharrte reglos. Ich bin hin und her geschlichen, Johnny an der kurzen Leine.

Ich habe behutsam auf ihn eingeredet. So was wie „Was machst du denn hier“, „Wo ist denn deine Mama“ 🙂 Er hechelte wie wild.

Dann kam er zurück auf den Weg, setzte sich hin, putzte sich, schaute sich um. Dieses Foto zeigt den Abstand, den wir zueinander hatten, nichts gezoomt.

Ich habe 120 Fotos geschossen!

Genauso putzt Johnny sich sonst auch:

Als er sich beruhigt hatte, musste er sich einfach hinlegen und schlief auch noch ein. Was sollte ich machen?

Johnny kläffte zwischendurch immer wieder und wollte ranpreschen. Der kleine Kerl hat sicher noch nie einen Menschen oder Hund gesehen, es erschreckte ihn gar nicht. Nach vielleicht einer halben Stunde bin ich heim, er hat da mitten auf dem Weg gelegen und geschlafen. Ich kann nur hoffen, dass keine frei laufenden Hunde kamen.
Sicher hat er seine Mama verloren. Genau wie letztes Jahr das Rehkitz, das auf der Wiese lag. Und auch dieses Mal rede ich mir ein, sie werden sich wieder finden.

Sohnemann Robert hat mir grad eine Mail gesandt, nachdem er in mein Blog geschaut hatte. Seine Erklärung: Es schaut doch nach einem Jungtier aus. Das Fell wechselt langsam von Grau zu Rot. Er ist zutraulich, weil er noch keine Erfahrung hat. Um diese Zeit verlassen die Jungtiere ihre gewohnte Umgebung, ein Fall da den Hang hinab ist nicht ausgeschlossen. Zudem hat er da in der Nähe bereits mal einen Fuchsbau entdeckt. Deutschland ist derzeit tollwutfrei. Da hab ich aber aufgeatmet und bin dankbar für sein Wissen 🙂

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