Träumerle

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Tag: Truppenübungsplatz

Wanderung zum Aussichtsturm

Die freien Tage waren gefüllt mit Unternehmungen. Am Freitag waren wir zum Geburtstag meines Schwagers. Gestern haben wir gegrillt. Heut ging es zum Aussichtsturm (richtig heißt er „Haselbergturm“) auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der sowjetischen Armee.

Es waren viele Menschen unterwegs. Wir wanderten mit meiner Schwester und ihrem Mann.

Turm 01

Überall blüht der Ginster, das sieht so schön aus. Leider war es ziemlich bewölkt und frisch.

Turm 02

Am Turm wurde erst mal Rast gemacht. Es gab Bier und Süßigkeiten, für die Hunde Wasser und Leckerlie. Ob Johnny gern Schokolade genascht hätte?

Turm 03

156 Stufen ging es hinauf. Oben wehte kräftiger Wind und der Turm wackelte leicht.

Turm 04

Ganz schön hoch. Wer Höhenangst hat, schafft das natürlich nicht. Unten sieht man ganz klein die Sitzgruppen.

Turm 05

Nach einem kleinen Sonnenbad ging es weiter, denn es wurde merklich windiger.

turm 06

Meine Schwester hat auch einen Jack-Russell-Terrier. Er heißt Charly, aber leider dürfen sich die beiden nicht zu nahe kommen. So teilten wir uns den Weg, links Johnny und rechts Charly, das klappte 🙂

Turm 07

Auf dem Rückweg haben wir noch am Kriegsgefangenen-Friedhof angehalten, aber die Aufnahmen zeige ich im nächsten Beitrag.

Kleine Wanderung

Heut hatten wir strahlenden Sonnenschein. So zogen Sohnemann Robert, Johnny und ich nach dem Mittag los. Ziel war ein Wanderweg auf dem ehem. Truppenübungsplatz.

Im Schnee gab es viele Spuren zu entdecken, die Johnny ausgiebig beschnüffelte. Hase, Reh und Wildschwein waren zu erkennen – und winzige Mäusespuren, da musste ich lachen.

Ringsrum platschte der Schnee von den Bäumen, es taute. Keiner will mehr Schnee haben, doch Johnny kullert sich noch immer bei jeder Gelegenheit genüsslich 🙂

Heut ist Pause, aber morgen soll es wieder schneien. Wollte zwar keinen Schnee mehr zeigen, aber ich hab grad nichts anderes zu zeigen.
Heut Abend will ich mit Robert zu einem Vortrag über die Gewässer in der Königsbrücker Heide.

Aussichtsturm

Am Sonntag also war ich mit Sohnemann Robert am Aussichtsturm auf dem ehem. Truppenübungsplatz. Man, da war ein Begängnis dieses Mal. Radfahrer, Wanderer, Hundebesitzer.
Als ich oben stand und fotografieren wollte, wackelte der Turm ganz schön unter dem  Getrampel Getrappel der Aufsteigenden 🙂

Da das Licht nicht optimal war, hab ich mal ein Foto aus dem Archiv rausgekramt.

Dennoch hatte man eine tolle Weitsicht.

Das ist die Abraumförderbrücke F60 in Lichterfeld,  heut Besucherbergwerk. Man konnte sie ohne Fernglas erkennen, ist ca. 40 km Luftlinie entfernt (natürlich voll gezoomt):

Das Flugmedizinische Institut in Königsbrück mit der Kuppel des Gebäudes, in dem sich die Zentrifuge befindet:

Das Speichergebäude der russischen Armee – man kommt da aber leider auf legalem Wege nicht ran:

Meine Mam leidet an Höhenangst und war da noch nie mit oben. Aber ich hab jemanden getroffen, der es das erste Mal versuchen wollte. Und ich Depp hab auch noch erwähnt, wie sehr es da oben gerade schwankt 🙂 Lieber Andi, hast Du es geschafft?

Geschichts-Wanderung

Am Sonnabend bin ich mit Sohnemann Robert auf dem Areal des ehemaligen Truppenübungsplatzes gewandert. Einige Wege wurden im Laufe der letzten Jahre frei gegeben, auch einen offiziellen Radwanderweg gibt es entlang des Geländes.
Zwischen den Nachbarorten Schmorkau und Schwepnitz wurden ein Parkplatz und eine schöne Holzhütte geschaffen, Infotafeln geben Auskunft zur Geschichte.

                        

                        

Diese Piste führt kilometerlang schnurgeradeaus – bis hin zum Aussichtsturm. Allerdings endet nach ungefähr 1/3 die frei gegebene Strecke, weiter darf man nicht mehr (so ein Blödsinn).

                           

                            

Der Weg führt weiter durch den Wald. Die Sonne schien, aber im Schatten war es mit 1,5 Grad doch recht frisch.

                            

                        

                          

Überall trifft man auf Mulden die angelegt wurden, um bei Übungen die Fahrzeuge (LKW oder Panzer) zu verstecken und zu tarnen. Ein einziges umgeackertes Areal.
Manche sind riesengroß, manche nur so klein, dass man sich gerade mal reinhocken kann.

                        

                        

Und natürlich finde ich auch hier wieder mal einen Schuh – oder was vom Stiefel übrig blieb.

                        

Und dann steht man plötzlich davor: ein Bunker, unvollendet, die Teile zum Bau liegen noch im Wald verstreut. Zwei sind im Erdreich noch vorhanden und nicht zugänglich, dieser  dritte – mit ihnen verbunden – ist offen bzw. wurde einfach wieder aufgebrochen. Irgendwie unheimlich, allein würde ich mir das nicht anschauen.

                        

                        

                        

                        

                          

                        

                          

Und was sich hinter dieser Tür wohl verbirgt?

                        

                          

Interessanter Schließmechanismus. Hab keine Ahnung, wie das funktionierte. Die kleinen Löcher sind Einschusslöcher, warum da drauf geschossen wurde?

                        

                           

Das alles befindet sich nur ca. 200 Meter von der Bundesstraße entfernt. Da sieht man erst, wie nah doch alles an uns dran war.
Zurück ging es zum Auto. Johnny war nachher mächtig knülle.

Tupfenwolken gab es zum Schluss zu sehen.

                        

Nur gut, dass wir gestern diese Runde gedreht haben. Heut schneit es. Zwar nicht dick, aber immerhin wird alles wieder weiß 🙁
Habt noch einen schönen Sonntag!

Der Truppenübungsplatz – Teil 2

Nun also kommen wir zum Turm. Richtig heißt er eigentlich Haselbergturm. Er wurde im Mai 2008 eingeweiht. Er ist 34 m hoch und verfügt über 9 Etagen. Auf der ersten Aussichtsplattform in 13 m Höhe befinden sich Bänke, so dass man sich beim Treppen steigen zwischendurch ausruhen kann. Oben weht meist ein angenehmes Lüftchen. Bei guter Sicht kann man bis zu 70 km schauen, man sieht den Fernsehturm in Dresden auch ohne Fernglas.

Da der Ginster schon am Verblühen war, habe ich für diesen Beitrag mal noch ein paar Fotos vom letzten Jahr mit eingebaut, da war er in voller Blüte. So sieht es richtig schön bunt aus.
Dieser ehemalige Truppenübungsplatz ist fast 70 Quadratkilometer groß. Nach dem Abzug der sowjetischen Armee war dies eine einzige öde Fläche – wie eine Wüste sah es hier aus. Sand, Sand und nochmals Sand, kein Baum, kein Strauch, keine Vegetation – alles zerfahren, zerschossen, aufgewühlt. Leider kann ich davon kein Foto präsentieren. Und nun schaut, wie es heut hier aussieht:


Hier seht ihr das Flugmedizinische Institut in Königsbrück mit der Kuppel der Zentrifuge.

Das war das Warensilo, da darf man aber nicht hin.

Für diesen Platz mussten viele Ortschaften weichen. Insgesamt laut meinem Buch 10 Orte mit knapp 2.200 Einwohnern.

So weit das Auge reicht, war alles „Schießplatz“. Jahrzehntelang litt die Bevölkerung ringsum in allen Orten unter dem ständigen Lärm der Schießübungen. Nachts klang das wirklich, als ob Krieg wäre. Es donnerte manchmal so heftig, dass das Geschirr in den Schränken klapperte, die Fenster vibrierten.
War ein größeres Manöver angesagt, fuhren endlose Schlangen LKW durch die Orte. Tage vorher standen Soldaten an den Kreuzungen, um den Verkehr zu stoppen und zu regeln. Als Kind haben wir diesen „armen Kerlen“ unsere Schnitten und Obst gebracht, damit sie was zum Essen hatten.
Fuhren wir als junge Mädchen zum Tanz, waren wir nie allein. Grad an diesem Platz vorbei sind wir mit unseren Rädern geradelt wie die Weltmeister – nur schnell vorbei. So manches Mal saßen die Soldaten am Straßenrand und haben den Verkehr beobachtet. Doch, die Angst war präsent und heut kann ich auch die Angst meiner Mam verstehen.

Wenn ihr noch mehr Bilder sehen wollt, dann schaut mal rein unter www.11TD.ru. Ist zwar in Russisch geschrieben, aber es gibt unzählige Bilder von den ehemaligen militärischen Objekten, auch von Königsbrück. In der Leiste unter den oberen Fotos das zweite Wort heißt übersetzt „Fotoalbum“. Da mal draufklicken.

Dies war meine Führung. Sollte jemals jemand von euch in meine Gegend kommen, zeig ich euch gern alles. Nur sollte man wirklich auf den freigegebenen Wegen bleiben. Man kommt offiziell nur bis zum Turm.
Es finden Kontrollen statt und wenn man erwischt wird, muss man Bußgeld zahlen. Es haben sich schon Pilzsucher verirrt und mussten dann gesucht werden.

Nächste Woche zeige ich noch Fotos von der Motorenschau vor 3 Jahren auf dem Gelände des „Neuen Lager“. Das war was! Wir waren froh, als die „Russen“ weg waren und nun haben wir sie imitiert und gefeiert – was für eine Wendung!

Habt einen guten Start in das Wochenende, bei mir steht sogar mal nichts an außer der üblichen Arbeit.

Der Truppenübungsplatz – Teil 1

Am Sonnabend bin ich mit meinem jüngeren Sohn zum Aussichtsturm gewandert. Es war so warm, dass ich Johnny lieber zu Hause gelassen habe und das war auch gut so.
Start war am Solarpark (am „Neuen Lager“). Hier begann zu DDR-Zeiten das militärische Sperrgebiet. Es gibt noch einen Weg vom Gefangenenfriedhof aus, aber da läuft man mehr durch Sonne, hat nicht so viel Schatten.

Man kommt an einem kleinen See vorbei. Dort haben Frösche (oder Kröten?) so laut gequakt, dass ich laut lachen musste. So was hab ich noch nie gehört.

Dann kamen wir zum Bunker, in dem die Sprengköpfe für die Atomraketen gelagert wurden. Man wusste gar nicht, auf was für einem Pulverfass man saß. Hier stand sicher der Wachposten.

In diesen „Ausguck“ musste ich unbedingt kriechen. War gar nicht hoch und mit Rundum-Guck-Löchern versehen.

Dann stand ich vor dem Tor. Zutritt ist nicht möglich. Aber ich werde euch noch Bilder zeigen von einem Fest vor 3 Jahren, da waren alle Tore offen und man konnte den Bunker betreten.

Eine Libelle fand das Cape von Robert ideal als Landeplatz.

Dann ging es immer geradeaus zum Aussichtsturm. Man braucht – ohne Abstecher zum See – ungefähr 40 Minuten.
Diese Bilder zeig ich morgen.
Es ist schon toll zu sehen, wie die Natur sich wieder erholt. Das müssten die „Russen“ mal sehen. In den Seen wurden die Panzer gewaschen, es erfolgte die Verbrennung von Müll und Altöl, es gab offenes Feuer (unsere Feuerwehren mussten im Sommer oft ausrücken auf den Platz), durch die nicht mehr funktionstüchtigen Ölabscheider floss kraftstoff- und ölhaltiges Wasser in die Bäche – es  waren unzumutbare Zustände für die Natur. Dafür wird sie heut entschädigt als Naturschutzgebiet. Robert lief vor einer Woche vom Nachbarort Glauschnitz aus auf dem Biberpfad – und stand plötzlich 5 Meter vor zwei Wildschweinen. Zum Glück haben sie nach kurzem Blickkontakt das Weite gesucht. Oh man, das dürfte mir nicht passieren. Deshalb geh ich auch nicht gern allein. Aber es ist auch gar zu schön auf diesen Wegen.

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